Unser Karate

Unser Karate wird nicht zum Angriff, sondern zur Selbstverteidigung angewendet. Das Ju-Schin-Kai Karate beschäftigt sich auch mit der Harmonie von Körper und Geist. Schüler lernen neben Karate- und Jiu-Jiutsu- Techniken auch Disziplin, Respekt und Bescheidenheit. Diese Kombination fördert das Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.


Traditionelles Karate

Ohne das Verständnis der Informationen und Techniken, welche in den Kata enthalten sind, ist Karate eine sehr limitierte Kunst.
Wieviele Karatedojo können von sich behaupten, dass sie Nahkampf, Greifen, Werfen, Gelenkhebel, Würgen und Bodenkampf in ihrem Unterricht praktizieren?
Karate wurde entwickelt um eine in sich geschlossene effektive Methode der zivilen Selbstverteidigung zu sein. Karate, zumindest so wie es heute ein Großteil aller Ausübenden praktiziert, wird bestenfalls in einer mittleren, meistens jedoch in einer langen Distanz trainiert. Wie auch immer, die meisten Kämpfe beginnen wirklich in einer sehr nahen Distanz, oftmals mit einer Form des Greifens.
Wir wollen doch nicht wirklich behaupten, dass die alten Meister falsch lagen...oder? Die Entwickler unserer Kunst waren erfahrene Kämpfer, die sich völlig darüber im klaren waren, wie ein realer Kampf von statten geht. Der größte Teil eines normalen Karatetrainings heutzutage dreht sich um Techniken welche entwickelt wurden, um in einer sportlichen Umgebung zu bestehen.
Die alten Karatetechniken wie sie auch in den Kata vorkommen, sind dazu bestimmt um in einer realen Situation gegen gewalttätige und untrainierte Angreifer benutzt zu werden.
1901 brachte der große Karatemeister Itosu Anko, Karate in das Bildungsprogramm der Shuri Jinjo Grundschule ein. Da ihm die Techniken für die Schulkinder zu gefährlich erschienen entschärfte er diese. Als ein Ergebnis dieser "Verschleierung" erlernten die Schüler die Kata meist als eine Abfolge von Schlägen, Tritten und Blöcken. In vielen Dojo ist es leider immer noch so!
Shihan P.Brand

Unser Verständnis von Ju-Schin-Kai Karate

Karate hält fit, gesund und verbessert die körperliche Belastbarkeit. Es bietet einen Ausgleich zum beruflichen und schulischen Alltag, hilft dabei Stress abzubauen und man lernt im Verein neue Leute kennen. Aber dies gilt für viele Sportarten.
Was macht Karate zu etwas Besonderem? Karate, traditionell unterrichtet, lehrt Disziplin, Fleiß und dass man etwas erreichen kann, wenn man sich genügend Mühe gibt. Es lehrt Mädchen und Jungs, Frauen und Männern sich im Notfall effektiv zu verteidigen, aber auch einen Angriff abzuwehren ohne den Angreifer dabei schwer zu verletzen. Karate enthält harte und weiche Techniken, es trainiert die Muskulatur und verbessert die Fitness, schult aber gleichzeitig die Körperbeherrschung. Aber der wahrscheinlich wichtigste Punkt: Karate fördert (und fordert) einen guten Charakter und festigt die Persönlichkeit. Es vermittelt Selbstbewusstsein und gleichzeitig Bescheidenheit. Der Karateka lernt, dass es zwar schwierig ist seinen Gegner zu besiegen, wesentlich schwieriger aber ist es sich selbst zu besiegen.

Herkunft und Geschichte

Im Jahre 1970 brachte Takashi Kinoshita sein Karate-Do von Japan nach Deutschland, welches später als Yu-Shin-Kai Karate bekannt wurde. Es besteht laut Aussage Takashi Kinoshitas zum großen Teil aus Shotokan-Ryu und etwas Shito-Ryu. Unter dem Verbandsnamen Yu-Shin-Kai, was frei übersetzt soviel bedeutet wie Verband der tapferen Herzen, wollte er sein Karate-Do in Deutschland verbreiten. Takashi Kinoshita trainierte lange Zeit in Düsseldorf, ging aber gegen Ende der 80er Jahre nach Italien, wo er am 22.10.97 verstarb. Während dieser Zeit in Düsseldorf unterrichtete er auch unseren Sensei Guido Schuberth, der später in Hirschaid seine eigene Kampfsportschule gründete. In das traditionelle Shotokan Ryu Karate des Yu-Shin-Kai von Sensei T. Kinoshita ließ er neue Elemente aus dem Jiu-Jitsu und Judo sowie aus dem Goju-Ryu mit einfließen, weshalb er den Namen in Ju-Schin-Kai Karate änderte. Später kamen noch weitere Elemente aus dem Shito Ryu, Shorin Ryu und Heiwa Kenpo hinzu. Ju-Schin-Kai Karate ist das Ergebnis eines Prozesses dessen Ziel nicht die Begründung eines neuen Stils, sondern die Weiterentwicklung des Bestehenden ist. Am 23.04.2003 wurde der Verein Ju-Schin-Kai Karate e.V. gegründet, dessen Zweck die umfassende Förderung von Karate, Sportkarate und Selbstverteidigung ist. Der junge Verein wuchs schnell und gewann rasch an Mitgliedern. Leider verließ uns Sensei Guido Schuberth im Jahre 2005, woraufhin Arne Schell und Sebastian Allinger die Leitung des Vereins übernahmen. Außerdem gibt es seit 2009 ein zweites Ju-Schin-Kai Karate Dojo in Neunkirchen am Brand.
Ebenfalls im Jahr 2009 wurde durch Andreas Gebhardt der Kontakt zu Peter Brand aus Düsseldorf, einem früheren Schüler von Hanshi Kinoshita, hergestellt. Dieser Schritt war besonders wichtig, weil dadurch erstmals seit langer Zeit wieder eine Verbindung zu den Wurzeln des Ju-Schin-Kai Karate geschaffen wurde. Die Zusammenarbeit wurde über die Jahre intensiviert und es fanden bereits gemeinsame Lehrgänge und Prüfungen mit den beiden Düsseldorfern Peter Brand und Jürgen Koch statt. In dieser Zusammenarbeit sehen wir gegenwärtig das größte Entwicklungspotential für das Ju-Schin-Kai Karate, dessen Weiterführung und konstruktive Weiterentwicklung wir als unsere wichtige Aufgabe sehen. Seit 2017 gibt es auch ein Ju-Schin-Kai Karate Dojo in Wien, dort hat Guido Weiss (ehem. Schuberth) den Verein Ju-Schin-Kai Karate Austria gegründet.